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:: interpunktion
Forumsbeiträge zum 13. Dezember
Thema: Vergleiche
| Autor/in |
Beitrag |
Ruth
14.12.2001 13:48 Uhr |
Auf die Gefahr hin, dass sich die anfänglichen Forum-Nutzer inzwischen wieder ausgeklinkt haben, möchte ich trotzdem ein paar Worte loswerden. Es handelt sich bei den Vergleichen nämlich um ein Thema, was mich schon länger beschäftigt. Wie oft kommt man in Situationen, in denen man sich schlecht fühlt und gutgemeinte Ratschläge zu hören bekommt wie: "Denk doch mal an die hungernden Menschen in Afrika oder die Angehörigen der Attentat-Opfer! DENEN geht es schlecht, aber nicht Dir!" Wenn ich in solche Situationen gerate, komme ich oft starkt ins Zweifeln. Vergleicht man da nicht Äpfel mit Birnen? Natürlich, auch ich sitze im Moment am Computer, habe -offensichtlich- die Zeit, mich mit solchen Fragestellungen zu beschäftigen und der Magen knurrt mir ehrlich gesagt auch nicht. Aber die Probleme, die ich als meine bezeichne, bewegen mich eben auch und ich finde, sie sind nicht deswegen einfach vom Tisch wegzufegen, weil es jemand anderen gibt, dessen Sorgen (aus meiner Sicht betrachtet) größer sind. Ich finde, um sinnvolle Vergleiche zu ziehen, dürfen die Differenzen einfach nicht so frappieren sein, muss man eben doch Boskop mit Granny Smith vergleichen und dann kann man daraus auch etwas ziehen. Das Vergleichen an sich, auch "nach oben" hin, kann einen doch auch motivieren, sich mit Vorbildern zu identifizieren, die Dinge erreicht haben, die ich auch erreichen möchte, bereichert doch mein Leben. Wenn ich mich nicht mehr ansporne und mich nicht mehr verändere, mich weiterzuentwickeln suche, was mach ich dann noch aus den statistischen 52 Jahren Leben, die mir noch bleiben? |
Christoph Stender
14.12.2001 16:21 Uhr |
Hallo Ruth,
nur eine kleine Anmerkung:
Immer wieder begegne ich Menschen, die sich ständig mit anderen Zeitgenossen vergleichen und dann feststellen, daß sie mit sich selbst eigentlich nie zufrieden sein dürfen. Diese Menschen wirken auf mich sehr atemlos, und stehen permanent unter dem Streß nie so sein zu können wie sie momentan sind. Das finde ich nicht richtig. Der Mensch muß auch mal bei sich selbst ankommen dürfen um festzustellen, bei sich selbst zu Hause sein zu dürfen.
Sicherlich ist es richtig den Vergleich auch als Ansporn zu verstehen. Aber dazu ist es notwendig, sich mit seinen Fähigkeiten, Talenten und Macken anzunehmen und lieb zu haben. Von der Basis der Selbstakzeptanz kann ich dann gelassen ausschau halten nach Veränderungen, die mein heute so sein für die Zukunft "veredeln".
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