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Nicht zu vergeben stresst

Petrus fragt Jesus: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder, (die Schwestern betrifft das ebenso) vergeben, wenn er gegen mich sündigt? (Vgl.: Mt 18,21)

Hängen wir die Antwort nicht zu hoch, ob nun siebenmal oder bis zu siebzigmal siebenmal, sondern fangen wir mit einem Mal an, draufsatteln geht dann immer noch.

Vor ab: Sündigen bedeutet primär durch Taten gegen Gottes Maßstäbe, seine Gesetze zu verstoßen. Intention der göttlichen Gesetze ist es, das Gelingen menschlichen Lebens in und mit der ganzen Schöpfung zu ermöglichen.

Dieses Ziel zu verfehlen, also auf einen Menschen hin zu sündigen bedeutet zum Misslingen seines Lebens beizutragen.

Auf jeden einzelnen von Ihnen bezogen, liebe Leserschaft, lautet die Herausforderung:

Gibt es da jemanden der durch üble Nachrede ihr Leben massiv beschädigt hat, jemand der durch Lüge Sie an Abgründe getrieben hat, jemand der durch Unterschlagung Sie existentiell bedroht hat. Gibt es da jemanden der Ihr Leben so oder ähnlich in Gefahr gebracht hat?

Können Sie dieser Person auch nur einmal vergeben, also seine Bitte um Entschuldigung bedingungslos annehmen?

Was wäre aber, wenn Sie dieser Person nicht vergeben würden, wenn Sie die Vergebungsbitte negativ entscheiden?

Ihrem Gegenüber nicht zu vergeben bedeutet ihm seinen Fehler ständig nachzutragen, den Fehler immer wieder aufzutischen und so auch den eigenen Schwerz, tiefe Enttäuschung immer wieder zu aktivieren.

Nicht vergeben bedeutet, jedes Wort, jede Handlung Ihres Gegenübers zu verdächtigen, als wolle er Ihnen wieder an den Kragen. Das macht Stress!

Vergebung dient der Befreiung, dem der sie empfängt und dem der sie spendet.

( 24. Sonntag im Jahreskreis 2020, Mt 18, 21–35 )

Erschienen in: Kirchenzeitung Osnabrück
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Ein Kommentar

  1. Franz Sternbald
    Am 23. November 2020 um 15:04 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Me, Myself and I – von der Trance-Formation des Ich

    Buch-Neuerscheinung:

    „Ausgesetzt zur Existenz“ – warum der Mensch ein Schicksal ist
    – vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität –
    Franz Sternbald

    {Das Buch zum Virus, ohne es ein einziges Mal zu benennen …denn es geht um die Klärung der Frage, wo bleiben Du und Ich bei dem, was danach kommt}

    Wenn Sie nichts vermissen, bedeutet das noch nicht, daß Sie nichts verloren haben.
    Erfahren Sie nun, was Ihnen durch den gegenwärtigen Umbau unserer Lebenswirklichkeit abhanden gekommen sein wird, wenn die Transformation der gesellschaftlichen Ordnung, sowie der politischen und wirtschaftlichen Willensbildung, zu ihrer Vollendung gelangt sein wird (von der posthumanistischen Überwindung der conditio humana bis zur transhumanistischen unio mystica).
    Die Ausrufung einer globalen Pandemie ist die Klimax in einem Stück, das uns Alle, bei verordneter sozialer und physischer Distanzierung (zwischenmenschliche Entfremdung), zu einem digital-orchestrierten Kollektivpanik-Schwarmbewußtsein zusammenscheuchen soll.
    An dem Drehbuch haben Sie und Ich mitschreiben dürfen, indem wir uns stillschweigend in unsere darin vorgesehene Rolle gefügt haben, Als Medien-Rezipienten und Steigbügelhalter für die Umsetzung einer global-politischen Agenda; indem wir uns über unsere Individualität eine Maske (persona) streifen lassen, um den Part des reibungslos verwertbaren Produzenten und Verbraucher, des Kunden und Patienten, zu spielen. Und so werden wir durch die Inszenierung getrieben, vor wechselnden Kulissen von Lügengebäuden und falschen Flaggen, hinter denen ein okkult (=verborgen) illegitimes technokratisches Ermächtigungssystem zur Totalität heranreift.
    Wir werden aber zum Ende hin bei keiner Instanz mit der Klage über unser Lebensschicksal durchkommen, wenn es dereinst heißen wird:
    Es geschah nach Deinem Willen!

    Was aber war unser Ich, bevor wir es uns abkaufen ließen, um zum Personaldarsteller zu werden?

    Aufrichtig gesprochen, „Ich“ war niemals frei zu handeln, vielmehr handelte es sich .. in einer Gitterbox kausaler Bestimmtheiten.
    Wir können garnicht tun, sondern wir ereignen uns.
    Notwendig ist künftig eine praktische Existenzphilosophie zur Rechtfertigung der Subjekthaftigkeit gegen die Zudringlichkeit der Verobjektivierung.
    Sind wir zwar nicht eigentlich frei zu handeln, liegt unsere eigentümliche Freiheit dennoch auf dem Grund unseres Seins. Möglicherweise haben wir uns demnach den Käfig der kategorischen Gesetztheit selbst geflochten. Freiheit wurde auf dem Weg vom Sein in die Existenz zur Bestimmtheit. Allein im Bewußt-Sein ist somit die ‚fatale’ (Fatum= Schicksal) Verbindung von Freiheit und Bestimmung zu suchen.

    Mit dem Buch „Ausgesetzt zur Existenz“ fordert der Autor Franz Sternbald Sie auf: Holen Sie sich ihre souvernäne Urteilsfähigkeit zurück; Werden Sie sich dessen gewahr Wer Ihr Ich eigentlich ist!
    „ Was soll nicht alles meine Sache sein …..,nur die meinige soll nicht meine Sache sein?! “ {Max Stirner}

    Ich zu sein, vermag nur Ich selbst

    aber …

    Wer ist eigentlich ICH?
    Zu welchem Zweck behaupten wir ein subjektives Ego, und worin besteht ein objektiv legitmierender Sinn für die Forderung nach Anerkennung eines
    unbezähmbaren Geistes der uneingeschränkten Subjektivität {J.J. Rousseau, Bekenntnisse}

    Zu welchem Ziel strebt letztlich die Entwicklung der Selbstbewußtwerdung alles Lebendigen?
    In welchem überragend widerspruchsvollen Verhältnis steht das absolute Selbst zur Endlichkeit seines individuellen Daseins?
    Mit diesem Buch wird ein Deutungsversuch unternommen für das Ego als einem Ding, oszillierend zwischen Dualität und Polarität, von Identität und Alienation, von Eigentümlichkeit und Entfremdung,
    auf dem Weg von Mir zu Dir

    Von nun an wird Ich nicht mehr gezählt, sondern gewogen

    *

    Ausgesetzt zur Existenz – warum der Mensch ein Schicksal ist
    – vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität –
    Franz Sternbald – BoD-Verlag; D-Norderstedt

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