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:: nacht, schatzMonolog zu der Karlsbüste des Aachener DomschatzesDer Text wurde den Betrachtern der Karlsbüste vorgespielt. Die entsprechende Tondatei ist bei den O-Tönen zu finden.
Am Ende dieses Rundgangs stehen zwei Gesichter, das der Proserpina und das des Gottes der Unterwelt Pluto im Vordergrund. In Kombination mit einem Text, der das Geschehen zu beschreiben versucht, wird eine der größten Sehnsüchte des Menschen angesprochen, geliebt zu sein und zu lieben. Hier wird nur noch thematisiert, wie letztlich wir nur machtlos vor unsere Sehnsucht nach Liebe stehen können, wissend darum, das lieben und geliebt werden ein Geschenk ist, das auch wir nicht durch Raub, Macht und Nötigung uns nehmen können. Liebe will sich einem Menschen zuflüstern! Willkommen, ich möchte sie alle ganz herzlich begrüßen! Alles ein wenig idealisiertAlles ein wenig idealisiert, vielleicht ein Hauch von Ähnlichkeit.
Sie können ruhig noch ein kleines Stück näher kommen, aber nicht zu nahe, vergessen sie bitte nicht die Alarmanlage. Ok, nicht alle fanden diese Idee auf anhieb tollOk, nicht alle fanden diese Idee auf anhieb toll, denn damals beteten viele noch Götter an, die Sie heute nur noch aus Sagen kennen.
So manches Volk mußte Karl eben mühselig überzeugen. Karl, so ca. 178 cm. großKarl, so ca. 178 cm. groß, war ein sehr gläubiger und frommer Mann.
Sonst hätten wir heute nicht einen so eindrucksvollen Dom, tja, den kann man von hier aus nicht sehen, der steht nebenan, aber das bringt jetzt auch nicht viel, es ist ja dunkel!
Das Rathaus hat er übrigens auch bauen lassen aber das hat sich im Lauf der Zeit doch stark
verändert und hieß damals noch Königshalle.
Nun gut, ich merke schon, ich wirke etwas einschläfernd mit zu viel Kleinigkeiten!
Ach ja, die Kinder fragen mich oft wieviel ich denn so kosten würde? Ganz nebenbei bemerktGanz nebenbei bemerkt, die Krone, die ich heute trage, ist später entstanden als mein Kopf, so um 1349.
Manchmal fragt man mich: Warum gibt es dich eigentlich?
Also, das ist gar nicht so leicht zu erklären! Ich muß etwas weiter vorne anfangenAber langsam, ich muß etwas weiter vorne anfangen.
Im 12Jh. wurde das Grab Karls geöffnet und ein Teil seiner Gebeine in den prächtigen
Karlsschrein gelegt, der heute im Dom steht.
Zugegeben, die Gebeine Karls wurden ganz schön verteilt, eine ganze Menge blieb in Aachen, ein paar Knochen kamen in Kirchenkammern nach Paris und noch an andere Orte. Es geht ihnen doch auch manchmal soDa ist etwas geschehen, das sie selber wohl auch kennen.
Es geht ihnen doch auch manchmal so? Ein ganz, ganz lieber Mensch hat ihnen eine Rose geschenkt oder einen liebevollen Brief geschrieben.
Auch wenn dieser Mensch nicht mehr für sie zu erreichen ist und gerade dann, heben sie diesen Brief an einem ganz besonderen Ort auf und die Rose wird gepresst, bevor sie ganz vergeht und dann in eine schöne Schachtel gelegt, ins Tagebuch oder an einen für Sie etwas heiligen Ort! Sprechendes ReliquiarNun gut, ich berge nun einmal die Schädeldecke von Karl und weil die den Menschen damals so wertvoll war, hat mich ein Goldschmied angefertigt, so wie ich heute hier stehe.
In der Fachsprache werde ich als ein "sprechendes Reliquiar" bezeichnet!
Jetzt denken sie bestimmt: Richtig, der quaselt ja die ganze Zeit, aber "sprechen", bedeutet hier, dass meine Gestalt für den Inhalt spricht also ein Kopf für ein Stück Schädel von Karl dem Großen. Gemmen und KameenHaben sie eigentlich schon die wunderbaren Steine gesehen, die meinen Mantel und die Krone zieren?
Diese Steine haben schon in antiker Zeit als Schmuck gedient. Es sind auch viele kleine Bilder zu sehen. Zum Beispiel ein Gesicht hier auf meiner Brust in der Mitte der weiße Mondstein oder darunter die Rinder. Interessant, nicht wahr?
Das sind Gemmen und Kameen, so nennt man die Dinger offiziell, es gibt aber auch Steine einer Kette die Bohrung für die Schur ist durch den klaren Stein zu sehen haben sie es entdeckt? Da auf dem unteren Rand?
Sie sagen nun vielleicht: ist ja ganz hübsch, aber was soll das? Das ist ähnlich ja auch heute noch soDas ist ähnlich ja auch heute noch so man sammelt Antiquitäten des vorigen Jahrtausends ja nicht nur weil sie wertvoll sind, als Geldanlage, sondern weil man damit eine romantische Vorstellung von der "guten alten Zeit" verbindet. Sie sehen, alles fließt, wie die alten Griechen sagen, und doch ändert sich nichts! Das Fließen fließt eben nicht! Ich finde es richtig nett, so mit ihnen zu plaudern auch wenn das hier mehr als ein Monolog ist. Es gäbe noch so vieles zu erzählen sie glauben ja gar nicht, was ich in den letzten 550 Jahren alles gesehen und erlebt habe. Vieles war aufregend, manches auch schrecklich, Sie können sich gar nicht vorstellen wie einige Leute sich hier verhalten, so daß ich manchmal noch Alpträume habe? Nun, das reicht aber jetzt auch erst einmal. TschüssAlso halte ich lieber meinen Mund und wünsche ihnen noch eine schöne Nacht im Schatz. Vielleicht bis bald? Hier rechts geht es übrigens weiter und es gibt noch viel zu entdecken. Tschüss! |
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