Christoph Stender

:: te deum

Te Deum
Sehnsucht
Phantasie
Zweifel
Lust
Unendlichkeit
Liebe
Te Deum
Verlorenheit
Schönheit
Angst
Leiblichkeit
Zerbrechlichkeit
Ohnmacht
Te Deum
Unfaßbarkeit

Duft der Welt
Atem der Menschheit
Sog des Universums

Warum berührst du mich
Läßt mich sein
bist mein Ende

Sinn
wo ist Sinn
zeige dich Wahrheit
scheine auf du Urgrund
klinge Prinzip aller Prinzipien


Warum ich
Woher dieses Du
Wohin unser wir

Warum?
Woher?
Wohin!

Du Gott
Gott du
Abba

Te Deum

Warum berührst du mich
Läßt mich sein
bist mein Ende


Gott
huldigt Verneigung
Göttin
umwerben Worte
Vater
schimmern Gesetze
Mutter
stammeln Gebete
Herrscher
prahlen Kunst
Heiliger
zermürbt Hochmut
Ewiger
streitet Wissen
Barmherziger
hoffen Hände

Te Deum
Warum?
Te Deum
Woher?

Te Deum
Wohin?

Ich spüre dich
doch weiß ich's nicht
bin sicher mir
muß fragen

Bleibe wach
träume
werde geweckt
lebe

Berühre
das zarter Blumen Blatt
den fernen Sterne
geliebten Leib

feier
singe
lobe
verneige mich
flüstere
schweige
bete
schreie
hauche
werde still

Te Deum

Ich spüre dich
doch weiß ich's nicht
bin sicher mir
muß fragen


Te Deum
Warum?
Woher?
Wohin!

Deus
Amen!
Ja, Amen!

Mein Leben will nach dir schmecken
Sehnsucht
Zweifel
Herrlichkeit
Abgrund
Unendlichkeit

Te Deum
Dir, mein Gott

Aus "Schatz Ansichten – Entfesselnde Wortschätze", hrsg. von der Katholischen Hochschulgemeinde Aachen und dem Domkapitel Aachen, 2001.

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