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Manche Pilgergruppe kommt mit 1200 Menschen

Manche Pilgergruppe kommt mit 1200 Menschen

Heiligtumsfahrt bringt viele Gäste in die Stadt. Unterkünfte sind noch zu haben. Ein begehbares Labyrinth in der Citykirche

Aachen. Rund 70 Gruppen haben sich im Pilgerbüro zur Heiligtumsfahrt angemeldet. „Teilweise sind die bis zu 1200 Leute stark“, sagt Büroleiter Franz-Josef Staat. Dennoch solle sich keiner von diesen beeindruckenden Zahlen abhalten lassen. „Wer zur täglichen Pilgermesse um 11 Uhr auf den Katschhof kommen will, der soll auch kommen.“

Für die Krankengottesdienste mit der Möglichkeit der Krankensalbung in St. Paul, die täglich um 15 Uhr zelebriert werden, gibt es im Pilgerbüro, Telefon > 0241/47709108 noch problemlos Karten. Auch Hotelbetten sind in und um Aachen ohne Schwierigkeiten zu bekommen. „Die Wallfahrer sind zu 85 Prozent Tagestouristen“, weiß Kurdirektor Werner Schlösser. Diejenigen Pilger, die über Nacht blieben, seien meist privat untergebracht. Die Jugendherberge Colynshof ist zwar ausgebucht, berichtet die Chefassistentin Angelika Meurer, „aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, ob das an der Heiligtumsfahrt liegt. Das teilen uns unsere Gäste nicht mit“.

„Für die Geschäfte rund um den Dom wird das Ergebnis sehr zufriedenstellend sein“, vermutet Manfred Piana, der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. „Aber darum geht es in erster Linie gar nicht. Die Heiligtumsfahrt ist eine erstklassige Werbung für die Stadt.“

Obwohl rund 100 Beamte aus Aachen in Heiligendamm beim G8-Gipfel eingesetzt sind, verstärkt die Polizei ihre Präsenz rund um den Dom während der Aachenfahrt. „Wir stehen beratend zur Seite“, erklärt Polizeisprecher Michael Houba. Er rechnet vor allem mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen.

Auch die Citykirche St. Nikolaus trägt einiges bei zur Heiligtumsfahrt. „Wir wollen uns für die öffnen, die nicht als Pilger oder Gläubige nach Aachen kommen“, erläutert der katholische Pastoralreferent Patrick Wirges, der gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Armin Drack die ökumenische Cityseelsorge leitet.

Agi Beck hat als Projektbegleiterin eine begehbare Großinstallation – ein Labyrinth, unterwegs zur Mitte – mit installiert. Während der Öffnungszeiten von 9 bis 22 Uhr kann die Weglänge von 80 Metern (Durchmesser elf Meter), die mit Steinen aus dem Tauerngebirge umlegt ist, in fünf Umgängen begangen werden. Ein umfangreiches Programm mit 24 Sonderveranstaltungen in zehn Tagen rundet den Beitrag der Citykirche zur Heiligtumsfahrt ab.

Am Samstagnachmittag werden Bischof Heinrich Mussinghoff und Propst Ewald Vienken um 17 Uhr die Heiligtumsfahrt in Kornelimünster eröffnen. „Mit den Vorbereitungen sind wir fast fertig“, freut sich Vienken. Und im Gegensatz zu Aachen werden die Heiligtümer im Indestädtchen wie früher von der Galerie gezeigt.

Zwar nur am Sonntag, 3. Juni, aber immerhin. Dann können die staunenden Gläubigen vom Benediktusplatz aus die biblischen Heiligtümer, das Schürztuch, das Grabtuch und das Schweißtuch Jesu, betrachten. So wie das vor 500 Jahren auch schon war.

An allen Wallfahrtstagen ist in St. Kornelius um 10.30 Uhr eine Pilgermesse mit Verehrung der Heiligtümer, um 15.30 Uhr wird täglich eine Pilgerandacht abgehalten, und um 18.30 Uhr ist – außer samstags – das Abendlob.

„Pilgern ist Leben“, sagt Christoph Stender, der Pfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde. Zusammen mit dem Fotografen Pit Siebigs hat der Geistliche ein Büchlein mit demselben Titel herausgegeben. Im praktischen Taschenbuchformat vom Einhard-Verlag verlegt, kann es ab freitag im Einhard-Buchladen am Domhof und auf dem Katschhof für drei Euro erworben werden.

„Pilgern ist Leben“ gibt mit einigen interessanten Fotos, die Siebigs im Dom aufgenommen hat, einen leicht verständlichen – in einfachen Worten verfassten – ersten Überblick über den christlichen Glauben. Da wird vieles erklärt, der Kelch und die Patene (Hostienbehälter), das Weihwasserbecken und das Gnadenbild beispielsweise. In einer halben Stunde ist das Büchlein ausgelesen, gerade recht für Menschen, die bis dahin so gut wie nie mit dem Christentum und erst recht nicht mit dem Katholizismus auf Tuchfühlung gegangen sind.

Quelle: Aachener Nachrichten, 1. Juni 2007
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