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Autoren-Duo schreibt ein besonderes Buch zur Heiligtumsfahrt

Autoren-Duo schreibt ein besonderes Buch zur Heiligtumsfahrt

Von Hans-Peter Leisten

Hoffen, dass sich die Aachener noch an weitere Schreinsschlösser erinnern: die Autoren Christoph Stender (links) und Michael Lejeune. Foto: Andreas Steindl

Hoffen, dass sich die Aachener noch an weitere Schreinsschlösser erinnern: die Autoren Christoph Stender (links) und Michael Lejeune. Foto: Andreas Steindl

KONTAKT ZU DEN AUTOREN IST ERWÜNSCHT

Wer Michael Lejeune und Christoph Stender bei ihrer Recherche helfen kann, ist eingeladen sich zu melden: schriftlich an Christoph Stender, Mentorat, Pontstraße 72, 52062 Aachen und/oder per E-Mail an Michael Lejeune unter schloss {at} hemsteck(.)com, jeweils versehen mit dem Stichwort „Schloss“ und das bis Samstag, 15. März.

Die Autoren versprechen, sich bei Angabe von Kontaktdaten direkt zu melden.

Aachen. Ist es ein feierlicher Moment oder eher ritueller? In jedem Fall ist es ein besonderer Moment – und das nicht nur wegen seiner ausschließlich siebenjährigen Wiederkehr. Wenn Heiligtumsfahrt in Aachen ist, dann ist dieser Moment wieder da, dann stehen die höchsten Amtsträger von Dom und Stadt am Marienschrein, der die Reliquien und Heiligtümer bewahrt und beobachten, wie der Bügel des Schlosses am Marienschrein aufgeschlagen wird.

Dieser Moment ist nicht nur so etwas wie der dezente Startschuss für die Heiligtumsfahrt, er bietet auch Platz für sinnstiftende Betrachtungen. Der Moment des Öffnens erfährt eine Steigerung vom Konkreten zum Symbolischen. Und er bietet genau wie die Heiligtumsfahrt selbst eine große Chance, sich mit dem Thema Öffnen und Verschließen auseinanderzusetzen.

Christoph Stender und Michael Lejeune wollen diese Chance nutzen und haben ein ehrgeiziges Buchprojekt ins Leben gerufen. So eingängig der bisherige Arbeitstitel des Buches „Verschlossen und aufgedeckt“ auch klingt, so vielschichtig ist sein inhaltlicher Ansatz. Er führt von einer ganz konkreten Intention – nämlich die Menschen in dieser Stadt ein Stück zur Heiligtumsfahrt mitzunehmen – zu einer eher philosophischen: Wie kann ich mich selbst konkret mit dem Prozess Öffnen und Schließen auseinandersetzen. Die Idee zum Buch kommt aus der Goldschmiede-Innung, die sich ans Domkapitel wandte, das wiederum vom Leiter der Domschatzkammer, Dr. Georg Minkenberg, einen Tipp bekam: Christoph Stender sei der richtige Mann. Und so ging es an die fundierte Aufarbeitung der Geschichte der Schreinsschlösser.

Michael Lejeune, eigentlich Gastronom und Wirtschaftsinformatik-Student, ist einer der beiden Autoren und erklärt: „Wir hoffen, dass uns die Aachenerinnen und Aachener bei unserer Recherche helfen können.“ Konkret: Er und Christoph Stender, früherer Hochschulpfarrer und heute im Mentorat für Studierende katholischer Religion, hoffen auf Tipps aus der Bevölkerung, die ihnen bei ihrer Recherche zum Buch helfen können.

Der Band, der den Untertitel „Die Heiligtumsfahrten zu Aachen und die Schlösser des Marienschreins“ trägt, basiert auf intensiven Recherchen. Unter anderem wurden Stadtarchiv und -bibliothek durchforstet, genauso das Dom- und das Diözesanarchiv und das Zeitungsmuseum. „Und überall sind wir auf breiteste Unterstützung getroffen“, freuen sich die beiden Autoren. Dennoch sind Fragen offen geblieben. Im Buch werden sämtliche Schlösser beschrieben und gezeigt. Mit den typischen Kennzeichen: durchgeschlagener Schlossbügel und ausgegossener Schlosszylinder. Bis auf die Heiligtumsfahrten 1888, 1895 und 1902. Diese Schlösser sind verschwunden. Sie müssen aber, im Gegensatz zu den vorigen Schlössern, aufbewahrt worden sein, denn zum einen gibt es davon Abbildungen, zum anderen sind sie Anfang des 20. Jahrhunderts noch ausgestellt worden, da es sich um die ersten verzierten Schlösser handelt.

Perfekt wäre natürlich, wenn sich konkret Besitzer der Schlösser fänden und melden würden. Es geht um die Jahre 1888, 1895 und 1902. Auch wenn sich kein Hinweis auf eine Datierung findet, könnten untrügliche Zeichen die Schlösser als Schreinsschlösser ausweisen: eben durchgeschlagener Bügel und zugegossener Zylinder. Die Schlösser von 1888 und 1895 sind schlicht, das Schloss von 1902 ist aber bereits vergoldet und unter anderem mit dem Stadtwappen versehen. Stender und Lejeune freuen sich aber auch über mündliche Überlieferungen, willkommen sind alle Details zu den Objekten, Erinnerungen, Erzählungen, Querverweise. Die historische Darstellung wird versehen mit verschiedenen Denkanstößen zum Zusammenspiel Öffnen-Schließen, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen werden. Zum Beispiel: „Ein Kapitel über den Dom wird demnach keine weitere historische Darstellung, sondern stellt den Dom als Verschlusssache dar, die sich immer wieder öffnet“, skizziert Stender, was den Leser erwartet. Je mehr Aachenerinnen und Aachener sich beim Autoren-Duo melden, umso dichter wird die Darstellung. Es soll ein Buch werden, das die Menschen auf etwas andere Art mitnimmt auf dem Weg zur und durch die Heiligtumsfahrt. Ein Buch, das Menschen offen macht für das eigene Denken und das anderer.

 

Quelle: Aachener Zeitung, 25. Februar 2014

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