www.christoph-stender.de

Rückblick (Audio)

Predigt anlässlich des 25-jährigen Priesterjubliäums
Sonntag, 11. März 2012, St. Michael, Aachen-Burtscheid

Predigt (17,5 MB) 

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 

 

Veröffentlicht in Predigten, Predigtsammlung | Tags: | Kommentieren

“Träume Mahl” als Audio-Aufnahme

“Träume Mahl”, vorgetragen von Lukas Flohr anlässlich des Gottesdienstes zum 25-jährigen Priesterjubiläum am 11. März 2012.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Einen Tisch träume ich,
unendlich in allen Dimensionen,
ungezählten Menschen bietet er Platz,
an dem Hände sich berühren,
Blicke sich treffen und Worte Antworten hören.

Einen Tisch träume ich, der selber allen Gastgeber ist,
jeder – so gewollt – wie Platz genommen,
und von jedem willkommen geheißen.

Einen Tisch träume ich an dem
kein Mund leer und trocken bleibt.
Worte werden gereicht, Lieder gesungen zum
Geschenk und an dem ein Stück Brot und ein Schluck
Wein satt machen auch für das morgen,
irgendwann mit Dir.

Ich träume ein Mahl das trägt,
und das von allen Gesichtern dieser Welt lebt.
Ein Krümel die Welt sättigt und einen
Schluck Wasser spüren lässt, dass Gott Gastgeber ist!

Aus “Schatz Ansichten – Entfesselnde Wortschätze”, hrsg. von der Katholischen Hochschulgemeinde Aachen und dem Domkapitel Aachen, 2001.

Veröffentlicht in Lyrik + mehr | Tags: , , , | Kommentieren

Erledigte Christen!

Klar, schneide ich eine Rebe vom Weinstock ab, dann geht sie ein. Im übertragenen Sinn ist Christus der Weinstock und wer von ihm getrennt ist, geht ebenfalls ein, ist erledigt.

Kann man nun folgern, dass alle, die mit Christus nichts am Hut haben, erledigt sind. Die Realität scheint anders, denn viele Menschen leben ohne eine Verbindung zu Jesus Christus und denen geht es richtig gut, ihnen fehlt nichts.

Sind wir Christen also wieder die Dummen, die von Jesus einmal gehört, ein für alle Male mit ihm verbunden bleiben müssen, um nicht erledigt zu sein. Dann hat der wirklich Glück, der von Christus nie etwas gehört hat und – so von ihm getrennt – erst gar nicht erledigt sein kann!

Hier tritt dann die katholische Rolle rückwärts auf den Plan, dass denen ja schließlich etwas fehle, die mit Jesus nicht verbunden seien. Also leben z.B. über 80% der Menschen in den neuen deutschen Bundesländern defizitär, denn sie haben keine Jesusbindung.

Wer muss eigentlich Rechenschaft geben: jene, denen ohne Jesus nichts fehlt, oder jene, denen mit Jesus nicht fehlt – und vor wem eigentlich? In einer Kirchenzeitung erwartet hier nun der Leser traditionell Antwort.

Aber, auf ein Wort: Wäre es unhöflich, Sie jetzt ohne Antwort zurück zu lassen mit der Frage: „Was würde Ihnen fehlen, hätten Sie mit Jesus nichts am Hut?“

Stopp, bitte: Blättern Sie jetzt nicht einfach weiter, und wenn doch, dann zumindest auch mal wieder zurück. Denn wer sich dieser Frage nicht stellt, der ist erledigt, zumindest als Christ.

 

Bibelstelle: Joh 15, 1-8

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , , | Kommentieren

„Ihr kleinen Lichter…“

Ob im Dom oder einer Dorfkirche, Anziehungskraft haben Orte, an denen Kerzen angezündet werden. Kleine Kerzen, mit wenigen Cent bezahlt, sind, wenn man von einem ‚Renner‘ in unserer Kirche noch sprechen kann, ein Renner. Denn nicht nur der Fromme ist Kerzenfreund! Menschen mit unterschiedlichen Biographien, verschiedener sozialer Herkunft, anderer Religionen und Menschen auch ohne Glauben verbindet an solchen Orten oft eines: Sie zünden eine Kerze an.

In Gotteshäusern angezündete Kerzen wollen nicht illuminieren, Candle-Light-Dinner markieren oder Stimmung verbreiten.

Wer dort eine Kerze anzündet, bringt etwas sehr Verborgenes ans Licht. Er teilt etwas von seinem Herzen mit, still und schweigend, innerlich sprechend und doch geschützt öffentlich. So brennt jede Kerze für einen Menschen. Kerzen werden zum Brückenschlag zwischen denen, die gedenken und denen, derer gedacht wird. Jenen also, die vermisst werden, um die jemand sich sorgt, Menschen eben, die an Herzen liegen.

Irgendwann geht jede Kerze aus. Aber die Intention der einst brennenden Kerze verliert sich nicht, diese stille Hoffnung: „Möge nie verloren gehen, was mir so lieb.“ Die vielen Kerzen, die Menschen – ob nun fromm oder fern – angezündet haben, brennen in einer Kerze weiter, der Osterkerze.

Christus, den das Licht in der Nacht symbolisiert, hat in seiner Auferstehung den Lichtern dieser ungezählten Kerzen eine Zukunft gegeben, da er sein Leben für alle, nicht nur die „Frommen“, hingab.

Wo Kerzen brennen können Lichter aufgehen!

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , | Kommentieren

Konkurrenz der Götter?

„Du sollst keine anderen Friseure neben mir haben.“ So könnte ein guter Werbeslogan klingen. Wer aber Konkurrenz ausschließen will, der muss erst einmal realisieren, dass es sie gibt. Zu sagen, du sollst keinen anderen Gott neben mir haben, setzt voraus, dass der, der diese Forderung erhebt, anerkennt, dass es andere Götter neben ihm geben kann.

Wie tickt ein Gott, der seine Anhänger zum Monotheismus verdonnert?

Ist er überheblich, realitätsfremd oder dumm? Wie Götter allgemein funktionieren, weiß ich nicht wirklich. Eine der  gängigsten Definitionen von „Gott“ lautet: „Höheres Wesen“.

Dem kann ich zustimmen, denn ich glaube an einen Gott, der präsent ist, aber nicht verfügbar, und der um seine Konkurrenz weiß. Seine Gegenspieler tragen simple Namen wie: Macht, Reichtum und Schönheit. Diese Götter sind auch mir nicht fremd, ja, ich lasse mich von ihnen sogar bedrängen.

Aber der Gott, vor dem ich mich eigentlich einzig verneigen möchte, sagt: „Die Götter Macht, Reichtum und Schönheit treiben dich ein Leben lang vor sich her, du wirst nie zur Ruhe kommen.“

Diese Erkenntnis ist konkurrenzlos! Mit meinem Gott, dem Gott Abrahams Isaaks und Jakobs, der Rückgrat des Judentums, des Christentums und des Islam ist, kann ich die Götter Macht, Reichtum und Schönheit hinter mir lassen, denn er steht drüber.

Das klingt einfach, ist es auch, aber ich tue mich oft schwer mit meinem „einfachen“ Gott. Trotzdem traue ich dem, auf den schon jene vertrauten, die mir von ihm erzählt haben.

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , | Kommentieren

Gesund sein bedeutet, die Krankheiten der Nachbarn zu haben.

Lepra und andere Hautkrankheiten, zur Zeit Jesu Aussatz genannt, bedeuteten für die „befallenen“ Menschen damals gnadenlose Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die Gesunden wollten unter sich bleiben, ansteckungsfrei. So blieb den Ausgesetzten zwangsläufig nur die „Gesellschaft“ der Kranken. Lepra existiert auch heute noch z.B. in Afrika, ist aber epidemisch betrachtet unter Kontrolle. Es gibt allerdings auch eine moderne Art von „Aussatz“, allerdings nicht mehr erkennbar an krankhaften Hautveränderungen.

Der „Aussätzige“ unserer Tage  wird dingfest gemacht durch die Feststellung: „Der ist ja krank“. „Krank“ meint hier nicht einen medizinischen Befund, sondern „krank“ will sagen: Dieser Mensch ist auffallend anders als man selbst. Solch Sprachgebrauch nimmt sich das Recht auszugrenzen, weil jemand, verglichen mit einem selbst, eben  anders ist: unangepasst, ausgeflippt, unbeherrschbar, nicht linientreu eben irgendwie abgedreht vom „normalen“ Kurs.

Kurz gesagt: Jemand wird als „krank“ bezeichnet, weil er der gesunden Gesellschaft – Kirche ist da nicht ausgenommen – nicht passt. Dieses Anders-sein als man selbst kann Angst machen, wirkt also bedrohlich und wird deswegen lieber ausgesetzt.

Ein Sprichwort bringt es gesellschaftskritisch so auf den Punkt: „Gesund sein bedeutet, die Krankheiten der Nachbarn zu haben.“ Anders gesagt: Aus dem Rahmen fällt, wer sich in den Rahmen der Nachbarn nicht einpassen lassen will.

So betrachtet scheinen „unter“ uns manche „Aussätzige“ zu sein, oder sehen Sie das anders?

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , | Kommentieren

Berufung, soweit es geht

„Wie haben Sie ihre Berufung als Priester gespürt?“ Eine regelmäßige Frage an mich und immer neu ein Antwortversuch von mir.

Christlich erzogen und gemeindlich engagiert erlebte ich das Bodenpersonal Gottes wenig berufungsrelevant. Um die 17 Jahre alt, wollte ich eigentlich Innenarchitekt oder Dirigent werden,  aber das Thema Priester verfolgte mich, warum, keine Ahnung. Berufung?

Mit 19 setzte sich dieser Berufswunsch durch, ich wurde Priesterkandidat, studierte, begann das System Kirche zu verstehen, aber ich blieb ein mittelmäßig Glaubender. Diese Mittelmäßigkeit allerdings schürte die Lust, mein Interesse an Gott, Christus und seiner Kirche zu kommunizieren. Berufung?

Die Verantwortlichen sagten 1987 ich sei würdig. So wurde ich geweiht und mit den Händen von Bischof Klaus auf meinem Kopf war klar: „Ich bin angekommen“. Berufung?

Die „Folgeerscheinungen“ Partnerschaft ist nicht, sexuell reduziert leben und öffentlich interessant zu sein, das hat man, sagt man sich, im Griff.

Und wenn dann die 40 anstehen und die Jahre sich häufen, frage ich mich immer neu, was ich im Griff habe und was mich. Berufung?

Was bin ich geworden? Priester, Innenarchitekt und Dirigent! Als Priester darf ich das „Innenleben“ von Menschen mit gestalten, also Innenarchitekt. Ebenso bin ich gefordert alle Fähigkeiten und Talente in christlicher Gemeinschaft zum Klingen zu bringen, also Dirigent. Berufung?

Was mich trägt? Die  tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit und die Bereitschaft, davon nicht zu schweigen, also Priester?

Schriftstelle: Joh 1, 35 – 42

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , | Kommentieren

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten

Ein Gruß zum Fest Erscheinung des Herrn,
Dreikönigstag 2012

Alle Weihnachtsgrüße sind nun verklungen, und die guten Neujahrswünsche  eilen ihrer Erfüllung entgegen. So ist die erste Woche eines neuen Jahres eine eher stille Zeit.

Denkt man den Impuls des entstandenen und entstehenden Christentums von Weihnachten her, dann bekommt das Fest Epiphanie eine besondere Bedeutung, denn mit ihm beginnt der Auszug aus der Krippe!

„Hirten“ kommen aus dem Staunen raus und finden sich wieder in ihrer alten Welt. Die „Drei Könige“ verharren nicht mehr in Anbetung sondern machen sich auf dem Heimweg. Und die Mächtigen im Lande tun alles um ihre Macht zu erhalten und die Ohnmächtigen schutzlos. Fast könnte man sagen es ist wieder alles beim alten. Und trotzdem hat sich für alles „etwas“ geändert.

Denn von allen „Anfängen“ an ist „etwas“ einfach nicht tot zu schweigen: Gott berührt Mensch.

Das ist nicht nur etwas für Glaubensbereite, sondern auch für jene, die Lust am „Nach-denken“ habe.

Und „etwas“ gilt für alle die Wollen: Wer sich auf Gottesberührungen einlässt oder nur auf die Berührung, die über den Menschen selbst hinausgeht, braucht immer wieder die Stille des Anfangs um zu erschließen. Betlehem ein Ort der Gottesberührung, hier wächst der Glaube aus der Stille, dem die Stille auch irgendwann zu „lautlos“ ist.

Ein „moderner“ Stall zu Betlehem, das „Zelt der Völker“ südwestlich von Betlehem in Mitten des Konflikts im „Heiligen Land“! Der Weg dorthin lohnt sich, auch im Interne:.

Mit einem frohen Gruß und der Bitte um Gottes Segen

Christoph Stender

Veröffentlicht in Aufsätze, Aufsätze + Artikel | Kommentieren

Nachfolgen und argumentieren

„Das macht die Sache nur noch spannender“, meinte ein Student im ersten Semester Theologie eher sarkastisch, „wenn man Prügel dafür bezieht, Religionslehrer werden zu wollen“. Geschlagen wurde er natürlich noch nicht für den Wunsch Glauben und Kirche in der Schule vertreten zu wollen. Allerdings hagelt es nicht selten, Kritik, Anfeindung und Unverständnis. „Wie, mit dem Verein Kirche hast du zu tun? Die sind doch konservativ, unterdrücken Frauen, missbrauchen Kinder, bringen Leute auf Scheiterhaufen und sind gegen Sex.“ So platt, uninformiert und dumm beschimpft zu werden, tut weh. Aber wie sich gegen solche Attacken wehren, fragen junge Menschen.

Und sie erzählen weiter, dass sie das Gespräch versuchen und einräumen: „Die Kirche und die Menschen in ihr seien nicht nur Heilige.“ Sofort unterstellen dann die Stänkerer: „Sagst ja selbst das der Verein abgeschafft gehört.“

Wie also sich verhalten?

Ganz einfach (was nicht einfach ist): den, der stänkert stellen, ihn auf den Kopf hin fragen, was er eigentlich beabsichtigt. Ob er mich verletzen will, ob er Spaß daran hat, mit platten Behauptungen Kirche in Misskredit zu bringen, oder ob er enttäuscht sich Luft machen will?

Strategie: Den, der behauptet, stellen und seine Motive entlarven, ihn also ernst nehmen mit dem Ziel, ihm ein ehrliches Gespräch abzuringen.

Wer plump Kirche beschimpft, warum auch immer, sollte keinen Erfolg darin finden, das wir uns „schuldig“ wegducken, nein, selbstbewusst sollten wir darauf bestehen, Gesprächspartner zu sein.

Schriftstelle: Joh 1,6-8. 19-28

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , , , | Kommentieren

In den Rollen gleich vor Gott

Sehen Sie das auch so, „vor Gott sind alle Menschen gleich“, eine biblische Feststellung, relevant auch in unserer Kirche? „Vor Gott zu sein,“ meint im katholischen Verständnis Gemeinschaft auf Augenhöhe zu gestalten, also Volk Gottes, seine Sammlung als Kirche immer neu zu werden. die vor „Ihm im höchsten Thron“ steht.

Dieses gemeinsam vor „Ihm“ zu stehen lässt den Menschen aber nicht zum „Einerlei in Allerlei“ werden. Er bleibt Individuum, begabt Frau und Mann, also ein mit verschiedenen Befähigungen beschenkter Mensch. Diese Befähigungen sind der Grund individuell von Kirche herausgerufen zu sein. Als Kirche hofft sie, dass der Gerufene interessiert seinen besonderen Dienst annimmt, der eigenen Befähigungen entsprechend.

Solchem beherzt „zu Diensten“ stehen zu wollen folgt Verlässlichkeit. Das aber bedeutet eine Rolle anzunehmen, sich „hinstellen“ zu lassen, also präsent zu sein. Der Schatz unserer Kirche sind jene, die sich in der ihnen anvertrauten Rolle aufeinander hin entfalten. Die eigene Rolle im Konzert mit den anderen Rollenträgern zum Klingen zu bring, ist die Grundmelodie unserer Kirche, von Gott dirigiert.

Vor Gott ist jede bewusst in Kirche eingenommene Rolle gleichgültig. Denn wenn der Mensch Wert an sich ist, kann die Rolle ihn nicht bewerten. Somit gebührt dem Rollenreichtum unserer Kirche Wertschätzung auf Augenhöhe. Denn die Annahme der Rolle ist selbstlose „Hingabe“ an die Sammlung derer, die in ihren unterschiedlichen Rollen vor Gott gleich, Kirche sind.

Schriftstelle: Mt 25,14 – 30

Erschienen in: Kirchenzeitung für das Bistum Aachen, Bonifatiusbote (Fulda), Der Sonntag (Limburg), Glaube und Leben (Mainz), Kirchenbote (Osnabrück), Kirchenzeitung (Hildesheim), Neue Kirchenzeitung (Hamburg), Tag des Herrn (Dresden), Tag des Herrn (Erfurt), Tag des Herrn (Görlitz), Tag des Herrn (Magdeburg).

Veröffentlicht in Auf ein Wort, Aufsätze + Artikel | Tags: , , , , | Kommentieren
© Christoph Stender | Webdesign: XIQIT GmbH
Impressum