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Die Feier der Eucharistie in der Römisch-katholischen Kirche am Sonntag, dem 4. September 2022

1. Hinführung zur Eucharistiefeier

In den römisch-katholischen Gemeinden und auch in den römisch-katholischen Einrichtungen und Institutionen ist die Feier der Eucharistie von zentraler Bedeutung.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bezeichnet die eucharistische Versammlung von Christinnen und Christen als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (Kirchenkonstitution. Nr. 11).

Die Gläubigen sind gehalten, am ersten Tag der Woche, dem Sonntag, in ihrer Gemeinde die Eucharistie zu feiern. Darüber hinaus besteht die Einladung, an jedem Tag Gottes Wort zu hören und das Mahl zum Gedächtnis Jesu Christi zu feiern.

In der Feier der Eucharistie sind die Gläubigen Hörerinnen und Hörer des Wortes Gottes, das aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments vorgetragen wird. Die Auswahl dieser biblischen Texte orientiert sich an der weltweit verbindlichen Leseordnung der römisch – katholischen Kirche, die entfaltet ist in die drei Lesejahre A, B, und C. So wird auf dem „Tisch des Wortes“ das Heilshandeln Gottes an seinem Volk vergegenwärtigt.

Daran anschließend werden zum Mahl die Gaben Brot und Wein auf dem Altar bereitet, um den sich die Gemeinde versammelt als von Jesus Christus selbst Eingeladene. „Christus nahm das Brot und den Kelch, sprach den Lobpreis, brach das Brot und reichte beides seinen Jüngern mit den Worten: Nehmt, esst und trinkt, das ist mein Leib. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“[1] 

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Gemeinsames Zeugnis zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main

Das Präsidium des 3. Ökumenischen Kirchentages (3. ÖKT) hat im Rahmen der Vorbereitung des 3. ÖKT, der vom 12.-16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattgefunden hat, ein gemeinsames Zeugnis formuliert und beschlossen.

Das Präsidium setzte sich aus 43 Frauen und Männern zusammen, die von den Veranstaltern, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), den gastgebenden Kirchen und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) entsandt worden sind. Evangelische Präsidentin war Bettina Limperg, der katholischer Präsident Thomas Sternberg.

Dieses gemeinsame Zeugnis verbindet und bestärkt die Konfessionen in dem Vertrauen auf die Gegenwart Jesu Christi in der Feier von Abendmahl und Eucharistie.

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Im Vertrauen auf die Gegenwart Jesu Christi ökumenisch sensibel Abendmahl und Eucharistie feiern

Der besondere Akzent in den Liturgien am Samstag des 3. Ökumenischen Kirchentag 2021

 

Von Julia Meister und Christoph Stender

Sehnsucht nach dem gemeinsamen Mahl

Bereits die Vorbereitungen auf den 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) waren geprägt von intensiven ökumenischen Gesprächen und dem fortgesetzten gemeinsamen Ringen darum, die Trennung der Konfessionen bei den konfessionellen Mahlfeiern zu überwinden. So stand auch dieser ÖKT vor der Frage, ob es endlich einen Fortschritt geben könne, bezogen auf die Erfüllung der Sehnsucht nach einer gemeinsamen Mahlfeier der Konfessionen.

Die Hoffnung auf einen Fortschritt stärkte die einige Monate vor dem Ökumenischen Kirchentag erschienene Publikation Gemeinsam am Tisch des Herrn[1], die erarbeitet wurde vom ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologe (ÖAK).  

Die Autorinnen und Autoren haben darin im Wissen um bibeltheologische, historische und pastorale Erkenntnisse das Votum formuliert, sich im Vertrauen auf die Gegenwart Jesu Christi zu den liturgischen Feiern gegenseitig einladen zu lassen, deren Gestaltung in konfessioneller Verantwortung geschieht.

Das Präsidium des 3. ÖKTs entschied dieses Votum zu unterstützen und lud die christlichen Gemeinschaften in Frankfurt, aber auch darüber hinaus ein, im Geiste dieses Votums die Mahl- und Eucharistiefeiern am Samstagabend des 3. ÖKT ökumenisch sensibel zu gestalten.

Unter dem Leitwort Motto „Kommt und seht!“ standen an diesem Samstag dann die Türen der Frankfurter Kirchen weit offen. Sie luden ein, an den Gottesdiensten der je anderen Konfession vertrauensvoll teilzunehmen, und so die Traditionen der anderen Konfessionen kennen zu lernen und zu erleben: es ist Christus selbst, der an seinen Tisch lädt.

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Haben wir zu beten ausgelernt?

„Herr, lehre uns beten!“, so die Bitte der Jünger Jesu. Was antwortete er? Lehrte er sie die richtigen Worte, die angemessene Textstruktur oder Gebetsgebärden, lehrte er innere Haltung oder die Regelmäßigkeit zu beten?

Das Gebet, das der Evangelist Lukas als „Lehrstück“ für uns festgehalten hat und das uns in seinen Grundzügen erhalten ist in dem wohl vertrautesten Gebet der Christenheit, dem Vaterunser, lässt all diese Antworten anklingen. In diesem Gebet kommen Vertrauen, Begeisterung, Hoffnung und Sehnsucht zum Klingen. Mit diesem Gebet strecken sich Beter und Beterin in den „Himmel“, wissend um ihre irdische Unzulänglichkeit. Hatten die Jünger mit der Anwendung dieses Gebets ausgelernt?

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Ökumene, immer weiter sehen als bisher gedacht

102. Katholikentag nach 3. Ökumenischen Kirchentag

Was bedeutet Ihnen die bilaterale Ökumene von katholischer und evangelischer Kirche sowie die Multilaterale zwischen allen christlichen Kirchen, und wie schätzen Sie die zukünftige Perspektive der Ökumene ein?

Dieser Frage nachzugehen helfen:  – 1.) nach einer geschichtlichen Hinführung – 2.) ein Rückblick auf den 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) 2021 in Frankfurt; 3.) ein Einblick in den 102. Katholikentag vom 25. bis 29. Mai 2022 in Stuttgart, verbunden mit einem Seitenblick auf die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) die vom 31. August bis 8. September 2022 in Karlsruhe stattfinden wird; 4.) ein kleiner Ausblick auf den 103. Katholikentag in Erfurt.

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Teilen, um wieder leben zu können

Kurz vor dem Anläuten des Katholikentags: Gedanken zum Leitwort „leben teilen“. Es soll nicht nur die Tage in Stuttgart prägen, sondern weiterwirken und weitergehen:
zum Teilen des Lebens, eingeladen von Jesus, gemeinsam am Tisch des Herrn.

So ist Katholikentag: Ein starker Impuls muss her, wie ein heller Funke, damit der Motor anspringt, der Maschinenraum Fahrt aufnimmt und so das Werk Gestalt annehmen kann. Dieser helle Funke ist das Leitwort „leben teilen“. Beschlossen wurde es auf Empfehlung der Katholikentagsleitung vom Hauptausschuss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Beide Gremien sind die „Kapitänskajüte“ des Katholikentags. Gestalt in Planung und Durchführung nimmt das Event dann im Maschinenraum an, durch Kopf und Hand vieler ehrenamtlich wie hauptamtlich Engagierter.

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Mit dem Knie denken?

Über eine besondere Formulierung im dritten Kapitel des Lukasevangeliums, in dem von der Taufe Jesu berichtet wird, lohnt es sich zu stolpern. Dort steht im 15. Vers: „Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen.“ In der Lutherübersetzung von 1912 sind die letzten vier Worte des Verses angeschärft: „Alle dachten im Herzen.“ Grund für diese Formulierung war die Ungewissheit der Menschen damals, ob Johannes der Täufer nicht vielleicht doch der erwartete Christus sei. Johannes klärt die Ungewissheit mit wenigen eindeutigen Worten auf.

Aber wie geht das, im Herzen zu überlegen, zu denken? Gängige Erkenntnis ist doch, was im Kopf, genauer im Gehirn gedacht wird. Mit diesem Körperteil ist unabhängig vom Kulturkreis das Denken weltweit fest verbunden. Denken ist die Fähigkeit der Erkenntnis und des Beurteilens, zu der auch die Überlegung gehört. Überlegen bedeutet wiederum, einen Sachverhalt durchdringen zu wollen, ihn für sich zu erschließen und so zu verstehen.

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Die andere Lieferkette

Fragmentierung:

Lassen wir das Pferd mal weg, den Bettler auch, und selbst den Heiligen Martin; was bleibt dann übrig? Der Mantel! Der „Mantel“ hat ein einmaliges Narrativ, er wurde geteilt, so die Überlieferung. Ein halber Mantel, genauer bezeichnet als Umhang, ist der Kern dessen, was vom Heiligen Martin immer mal wieder, besonders aber am 11.  November jeden Jahres neu erzählt und gefeiert wird. Mit diesem geteilten Umhang, genauer mit der an den Bettler gegebenen Hälfte, begann eine Popularität des römischen Offiziers, Einsiedlers, Ordensmanns, Priesters und Bischofs, der am 8. November 397 starb, und später heilig genannt wurde, die historisch ihres Gleichen sucht. Vom ganzen Umhang ausgehend nach vorne erzählt, könnte jetzt die vertraute Martinserzählung folgen. Vom Umhang ausgehend zurück erzählt, geht es um seine Herkunft.

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Hallo, ist da wer?

„Hallo“ am Telefon, im Service, zu Hause, beim Einkauf, am Arbeitsplatz, Hallo ist in aller Munde.

Die Herkunft des Zurufes „Hallo“ ist unklar. Vielleicht hat er seinen Ursprung in dem mittelalterlichen Imperativ „halōn“, als Zuruf an den Fährmann „hol über“. „Hallo“ könnte seine Wurzel auch in einem Jagdruf haben, vergleichbar im Spanischen mit dem Begriff „olé“, oder aber angelehnt an den Begriff „Halali“ aus dem Französischen. Vielleicht besteht auch eine Verbindung zum hebräischen „הַלְּלוּיָהּ“ als Transkription in die deutsche Sprache zu „Halleluja“.

Eine gesicherte „Karriere“ hat der Begriff „Hallo“ mit der Entscheidung der Herren Bell und Edison gemacht, zwei entscheidenden Erfindern in der Geschichte des Telefons. Sie wägten ab, welches Wort beim Telefonieren als Begrüßung verwendet werden sollte. Edison gewann mit „Hello“, Bells verlor mit „Ahoy“.

Auch „Hallo“ zu rufen in Verbindung mit den drei Worten „ist da wer?“, ist heute Usus in vielen Sprachengemeinschaften.   Gab es eigentlich zur Zeit Jesu einen ähnlichen Begriff, mit dem Menschen auf sich aufmerksam machten, jemanden ansprachen oder im Bazar nach dem Händler riefen?

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Was kann aus Liebe werden

Der junge Mann beschrieb eine Bildsequenz, die er detailliert vor Augen hatte: Vor wenigen Tagen bin ich 17 geworden. Es ist ein sonniger Samstag an dem Vater und ich unterwegs sind, um die größeren Einkäufe zu erledigen und den Wagen vollzutanken. An der Tankstelle angekommen, ich sitze auf dem Beifahrersitz unseres hellblauen Fiat, steigt mein Vater aus, geht an die Zapfsäule, tankt, bezahlt, setzt sich wieder hinter das Lenkrad und greift nach dem Türgriff. Total unvermittelt stellt er mit dem Zuschlagen der Wagentür fest: „Ich hätte mich schon längst von deiner Mutter getrennt, wäre da nicht mein Beruf.“

Dann erläuterte der junge Mann: Sein Vater war in einer kirchlichen Beratungsstelle tätig. Aber nach diesem kurzen Monolog des Vaters im Auto haben sie nie weiter darüber gesprochen. Erst viel später hat er angefangen darüber nachzudenken, was er geantwortet hätte, wenn der Vater ihn damals nach seiner Meinung gefragt hätte.

Etwas versonnen bemerkte er weiter: „Die Ehe der Eltern ist nicht sehr harmonisch verlaufen und für uns Kinder ist das oft auch belastend gewesen“. Seine detaillierte Erinnerung mündete in die biographische Feststellung: Die Eltern haben sich nicht getrennt, beide sind fast 80 Jahre alt geworden und sind innerhalb von knapp drei Monaten, nacheinander, ohne diagnostizierte Krankheit, an Herzversagen gestorben. Dann schloss er sinnend: „Was kann aus Liebe werden?“

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